Aktuelles 3.2.2021

Unsere Hall of Fame!

 

Jüngster Bürgermeister Deutschlands ist - Stand Februar 2021 - Kristan von Waldenfels, 20 Jahre, ehrenamtlicher erster Bürgermeister in Lichtenberg im Landkreis Hof. Johannes Böse auf Platz 2, Bürgermeister von Landensberg (LK Günzburg), ist mit Jahrgang 1996 schon vier Jahre älter. Gefolgt von den beiden jüngsten hauptamtlichen Bürgermeistern Deutschlands Christian Keck, erster Bürgermeister in Rohrbach (Landkreis Pfaffenhofen) und Thomas Reicherzer in Wittislingen (Landkreis Dillingen), beide Jahrgang 1995.

 

Die jüngsten Bürgermeisterinnen Deutschlands sind Antonia Walch, Bürgermeisterin der Gemeinde Sternenfels (Enzkreis) und Sarah Süß, Bürgermeisterin in Steinhagen (Kreis Gütersloh), beide Jahrgang 1992.

 

Seit 15.1.21 in Göppingen im Amt ist der jüngste Oberbürgermeister Deutschlands. Alexander Maier ist Jahrgang 1991. Er hat Peter Reiß (*1990) abgelöst, der im März 2020 zum Oberbürgermeister der Stadt Schwabach gewählt wurde. Dritter im Bunde und zugleich jüngster Oberbürgermeister einer Großstadt ist Felix Heinrichs (*1989), seit 1.11.20 Oberbürgermeister von Mönchengladbach. Bei den Oberbürgermeisterinnen gibt es gleich vier junge Frauen mit Jahrgang 1983 an der Spitze. Stefanie Seiler aus Speyer, Romina Barth in Torgau, Claudia Alfons in Lindau und Katrin Albsteiger aus Neu Ulm.

 

Der jüngste Landrat Deutschlands amtiert im Landkreis Nordfriesland. Der 33 jährige Florian Lorenzen wurde im Mai 2019 durch den Kreistag ins Amt gewählt. Zweiter und jüngster direkt gewählter Landrat ist Markus Ramers (Jahrgang 1986) im Landkreis Euskirchen, vor Onno Eckert (*1985) im Landkreis Gotha. Leider erübrigt sich hier der Blick auf die jüngste Landrätin, da es keine Landrätin gibt, die bei ihrer Wahl jünger als 40 Jahre alt war.


Aktuelles 7.12.2020

Auf! Bürgermeister! Auf! Bürgermeister! Auf! Auf! Bürgermeister! Steh auf!

 

Ein Offener Brief zum Bürgermeister-Song an POL1Z1STENS0HN, Jan Böhmermann
von sechzehn jungen Bürgermeister*innen

 

Lieber Jan Böhmermann,

 

ein Lied über Bürgermeister und dann auch noch von Jan Böhmermann. Großartig. Endlich wird unsere Arbeit einmal richtig gewürdigt. Damit sollten auch alle Nachwuchssorgen der Kommunalpolitik passé sein. Zugegeben, wir waren dann doch etwas enttäuscht, dass wir zwar angesprochen, aber offenbar gar nicht gemeint waren. Zur Legislative gehören wir nun wirklich nicht. Warum heißt der Song „Bürgermeister“ und nicht „Volksvertreter“?

 

Wir beziehen den Clip allerdings auch auf uns, vor allem werden viele Hörer*innen des Liedes die Aussagen auf unser Amt beziehen. Wir brauchen eine jüngere und diversere (Kommunal)Politik. Und: Wenn Euch was nicht passt, entmachtet den alten "korrupten" Bürgermeister, werdet selbst Bürgermeister*in.

 

Zwei Punkte möchten wir als Netzwerk Junge Bürgermeister*innen dazu anmerken.

 

In Deutschland gibt es über 500 Bürgermeisterinnen und Bürgermeister, die bei Ihrer letzten Wahl unter 40 Jahre alt waren. Und wir werden immer mehr. Viele Erfolge junger Kandidat*innen bei den Direktwahlen in diesem Jahr zeigen das. Und auch wenn es bei der Oberbürgermeisterwahl in Stuttgart, die Du besonders aufmerksam verfolgt hast, nicht geklappt hat, konnten sich auch in etlichen Großstädten junge Kandidat*innen durchsetzen. Wir sind das, was Du einforderst. In den Rathäusern sind die Jungen längst Realität! 

 

Unser zweiter Punkt betrifft den korrupten, alten, weißen Mann im Clip. Ja, das ist satirisch überzeichnet, aber es führt eine lange Reihe fort, wie Bürgermeister*innen gesehen werden. Schon in Kinderbüchern sind Bürgermeister (Bürgermeisterinnen gibt es hier eigentlich gar nicht) zumeist unsympathische und eitle Egomanen, die mehr auf ihren eigenen Vorteil bedacht sind als für den ihres Ortes. Bestenfalls lassen sie sich von halbseidenen Bauunternehmern oder Investoren vor den Karren spannen. Ob bei paw patrol, Benjamin Blümchen oder Liliane Susewind, die Typen ähneln sich. Das setzt sich fort in Romanen, Fernsehserien, Filmen und nun auch in Deinem Video. Und unter diesem Framing leiden auch wir „neuen“ Bürgermeister*innen.

 

Dass die Politik der kommunalen Ebene dennoch im Vergleich zu der in Bund und Land die höchste Wertschätzung und Glaubwürdigkeit erfährt, kann somit eigentlich nur an den tatsächlich handelnden Personen liegen.

 


Das Ergebnis dieser vielschichtigen negativen Vorurteile bekommen wir alle zu spüren. Von
zunehmenden Beleidigungen und Bedrohungen (nicht nur) im Internet bis zum zerkratzten
Auto. Denn ob es wirklich die Bürgermeister*Innen – egal welchen Alters – sind, die „schach mit baseballschläger!“ spielen, da sind wir nicht so sicher. Sicher sind wir aber, dass dieses schräge Bild unseres Amtes unserem gemeinsamen Ziel abträglich ist, mehr junge Menschen zu gewinnen, die sich in und für ihre Kommune engagieren - um neue Ideen einzubringen und auch um überkommene Strukturen zu überwinden.

 

Gerne würden wir uns dazu mit Dir austauschen, um über ein realistisches Bild unseres Berufes zu sprechen. Denn, da sind wir überzeugt, das wäre die beste Werbung für das Amt der Bürgermeisterin und des Bürgermeisters.

 

   "Steh auf, Böhmermeister, steh auf, sieh es dir an! Steh auf, Böhmermeister, sieh hin, wir sind längst dran!" 

 

Wir würden uns freuen, wenn wir Dein Interesse an einem Erfahrungsaustausch wecken konnten und sind gespannt auf Deine Rückmeldung.

 

Herzliche Grüße

 

Martin Assmuth, Leopold Bach, Romina Barth, Marco Beckendorf, Matthias Beer, Wolfram Bernhardt, Tobias Borstel, Dominik Brasch, Marco Diethelm, Daniel Herz, Florian Marré, Martin Pichler, Annika Popp, Michael Salomo, Julia Samtleben, Marc Trampe

 

P.S.: Am 10. Dezember 2020 haben wir eine online-Konferenz des Netzwerks bei der rund 40 Bürgermeister*innen angemeldet sind. Im Anschluss an die Veranstaltung könnten wir anbieten, ab 13:00 Uhr die Zoom-Konferenz für einen ersten gemeinsamen Austausch mit Dir zu verlängern.

Download
Offener Brief an Jan Böhmermann
Brief Böhmermann_NJB16.pdf
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Aktuelles 1.11.2010

Junge Bürgermeister*innen in NRW erfolgreich. Alle amtierenden jungen Bürgermeister*innen gewinnen Ihre Direktwahl - viele junge Kandidat*innen kommen neu ins Amt.

 

Das beste Ergebnis erzielte Martin Mertens in Rommerskirchen mit 88,6%. Über 70% der Stimmen erzielten bei ihrer Wiederwahl Christian Pospischil aus Attendorn, Tobias Stockhoff aus Dorsten, Sascha Solbach in Bedburg, Christina Rählmann in Mettingen und Henning Gronau aus Erndtebrück. Sehr gute Ergebnisse konnten auch Eric Lierenfeld mit 63% in Dormagen, Daniel Zimmermann mit 68% in Monheim und Michael Meyer-Hermann aus Versmold (65%) erreichen. Wiedergewählt im ersten Wahlgang sind auch Nicole Sander in Neukirchen-Seelscheid und Andreas Müller als Landrat im Landkreis Siegen-Wittgenstein.

 

Im ersten Wahlgang neu gewählte junge Bürgermeister*innen sind u.a. Benjamin Fadavian in Herzogenrath und Katrin Reuscher in Sendenhorst. Der parteilose Michael Gerdhenrich hat in Beckum 50,7 Prozent der Stimmen geholt. Auch in Wilnsdorf gab es ein Kopf-an-Kopf-Rennen das am Ende der 36-Jährige Hannes Gieseler für sich gewinnen konnte. Mit 52,6 Prozent wird er neuer Bürgermeister.

 

Bei den Stichwahlen, setzten sich die Erfolge der Jungen fort.

 

Neuer Oberbürgermeister von Mönchengladbach wird der 31 Jährige Felix Heinrichs. Der Sozialdemokrat gewinnt die Stichwahl mit 74% der Stimmen. Der parteilose Peter Horstmann, (*1985) gewinnt in Warendorf mit über 76% die Stichwahl deutlich gegen Amtsinhaber Axel Linke (CDU/FDP). Neuer Bürgermeister von Werther wird der ehemalige Landesvorsitzende der Jusos NRW, Veit Lemmen (*1984). Auch Marco Diethelm (*1987), schon seit Anfang an beim Netzwerk Junge Bürgermeister*innen dabei, gewinnt seine Stichwahl. Mit 50,7 % bleibt er Bürgermeister in Herzebrock-Clarholz.

 

Die Christdemokratin Carolin Weitzel (*1980) wird neue Bürgermeisterin in Erftstadt. Sie erzielte 52,6% der Stimmen. Der Sieger der Bürgermeister-Stichwahl in Hennef heißt Mario Dahm. Er wird mit 31 Jahren der jüngste Bürgermeister im Rhein-Sieg Kreis. 

 

Marcel Mittelbach (30) wird neuer Bürgermeister von Waltrop. Der SPD-Politiker löst mit  63,96 Prozent die amtierende Bürgermeisterin Nicole Moenikes ab. Markus Ramers wird neuer Landrat für den Kreis Euskirchen. In der Stichwahl setzte sich der 35 Jährige mit 60,4 Prozent durch. In der Stadt Euskirchen setzte sich der parteilose Sacha Reichelt (*1980) in der Bürgermeisterstichwahl mit 59,2 Prozent der Stimmen überraschend deutlich durch. Jüngste im Bunde ist Sarah Süß (28 Jahre) die mit 61,4% die Stichwahl in Steinhagen gewonnen hat.

 

 

Herzlichen Glückwunsch an alle wieder- und neugewählten Kolleginnen und Kollegen. 


Aktuelles 2.5.2020

Über 500!

 

Mitte/Ende März fanden die Kommunalwahlen in Bayern statt. Bei über 2000 Kommunen war es leider etwas schwierig, den Überblick zu behalten, ob und wo einE JungeR Kolleg*in sich bei der Direktwahl erfolgreich durchgesetzt hatte. Um so größer die Freude, als vor wenigen Tagen die neue Bürgermeisterliste des Bayerischen Landesamtes für Statistik veröffentlicht wurde. 

 

178 der 1.259 hauptamtlichen (Ober-)Bürgermeister*innen in Bayern sind Jahrgang 1980 oder jünger.

 

Das sind über 14% aller Rathauschefs im Freistaat, bedeutend mehr als vor der Wahl. Dazu kommen noch 81 ehrenamtliche erste Bürgermeister*innen. Ein beeindruckender Wert. Herzlichen Glückwunsch an alle neu- oder wiedergewählten Kolleginnen und Kollegen.


Somit umfasst unsere Liste der Jungen Bürgermeister*innen bundesweit nun über 500 Namen!