Aktuelles 27.06.2022

Bundesweiter Verein junger Bürgermeister*innen gegründet

Neuer Bundesvorstand des „Netzwerk der Jungen Bürgermeister*innen der Bundesrepublik Deutschland e.V.“ hat sich in Berlin konstituiert.

 

Im Rahmen des Kommunalkongress des Deutschen Städte- und Gemeindebund trafen sich am vergangenen Montag zwölf junge Bürgermeister*innen in Berlin. Anlass war die Gründungsversammlung des „Netzwerk Junge Bürgermeister*innen der Bundesrepublik Deutschland e.V.“.

 

Zentrale Aufgabe des parteiunabhängigen Vereins ist laut Satzung „… die Beratung und Information über Entwicklungen auf Landes-, Bundes- und europäischer Ebene sowie die Interessenvertretung. Darüber hinaus versteht sich der Verein als Plattform für den Erfahrungsaustausch der Bürgermeister*innen untereinander und zur Stärkung der kommunalpolitischen Handlungskompetenz seiner Mitglieder.

 

Das Netzwerk wurde schon 2019 unter dem Dach des Innovators-Club, der kommunalen Ideenschmiede des Städte- und Gemeindebunds, als loser Verbund ins Leben gerufen. Zielgruppe: junge Bürgermeister*innen, die bei ihrer letzten Wahl jünger als 40 Jahre alt waren. Diese verbindet oft eine andere, junge Sicht auf die kommunalen Dinge. Und sie stehen vor ähnlichen Herausforderungen: Wie nimmt man als junger Mensch die Rolle des Verwaltungsoberhauptes an? Wie treibt man Innovationen zu den wichtigen kommunalen Zukunftsthemen voran?

 

Stark gewachsen.

Umfasste der Verteiler 2019 nur etwas über 250 junge Rathauschefs, vertritt das Netzwerk mittlerweile die Interessen von mehr als 700 Bürgermeister*innen. Das bundesweit agierende Netzwerk erfreut sich großem Zuwachs, da sich immer häufiger jüngere Kandidierende bei Kommunalwahlen durchsetzen. So ist auch die Wahrnehmung des Netzwerks beständig gewachsen. Es gab schon mehrere Zusammentreffen mit Bundespräsident Steinmeier. Zum Koalitionsvertrag der Ampelregierung steht das Netzwerk mit Vertreter*innen der jungen Gruppen der Bundestagsfraktionen von FDP, B90/Grünen, SPD und von CDU/CSU im Austausch. Über das öffentliche Statement der jungen Bürgermeister*innen zum Thema steigender Gewalt und Bedrohung kommunalen Mandatsträger*innen wurde auch von tageschau.de, Spiegel online oder n-tv berichtet. Auch in Ministerien und Verbänden findet das Netzwerk zunehmend Gehör.

 

Institutionalisierung

Das Netzwerk wird nun strukturell an die gestiegenen Aufgaben angepasst: „Um unserer Arbeit mehr Nachdruck zu verleihen, haben wir uns dazu entschieden, diese in eine eigenständige Institution zu überführen und den Verein „Netzwerk der Jungen Bürgermeister*innen der Bundesrepublik Deutschland e.V.“ zu gründen, auch weil man sich so besser positionieren und mit staatlichen Stellen vernetzen kann.“ so Michael Salomo, Oberbürgermeister der Stadt Heidenheim an der Brenz, bei der Gründungsversammlung. Salomo, der 2019 auch Initiator des Netzwerkes war, wurde dort einstimmig zum neuen Bundesvorsitzenden gewählt.

 

Seine Stellvertreter sind Julia Samtleben (Stockelsdorf, Schleswig-Holstein), Frank Nase (Barleben, Sachsen-Anhalt) und Dominik Brasch (Bad Soden-Salmünster, Hessen). Martin Aßmuth (Hofstetten, Baden-Württemberg) komplettiert als Schatzmeister mit Schriftführerin Wiebke Sahin-Schwarzweller (Zossen, Brandenburg) den sechsköpfigen geschäftsführenden Vorstand, der für drei Jahre gewählt wurde.

 

Verbandsgeschäftsführer Henning Witzel leitet das Hauptstadtbüro in Berlin und organisierte bereits in den vergangenen Jahren viele Termine mit Verantwortlichen aus Politik und Wirtschaft.

Direkt nach der Gründung setzte das Netzwerk die Arbeit fort und überreichte der Bundesministerin des Innern, Nancy Faeser (SPD), eine von 34 Bürgermeister*innen unterzeichnete Forderung zum Thema Sonderförderprogramm Sirenen zum Schutz der Bevölkerung.

 

Jahrestagung im September

Als nächste Veranstaltung ist das Jahrestreffen in Berlin im September geplant. Dort werden über 200 Bürgermeister*innen zum fachlichen Austausch erwartet. Auch der Bundesminister für Digitales und Verkehr, Volker Wissing (FDP), oder der Chef des Deutschen Beamtenbundes Silberbach haben ihre Teilnahme bereits zugesagt.


Aktuelles 23.06.2022

„Von Vorurteilen nicht abhalten lassen – Zukunft mitbestimmen!“

Deutschlands jüngste Bürgermeisterin kommt ab dem 1. Juli 2022 aus Thüringen

 

 

Die 24-jährige Sina Römhild wird Bürgermeisterin in Oechsen

 

 

Der inoffizielle Titel „Deutschlands jüngste Bürgermeisterin“ geht nach Thüringen. Am 12. Juni 2022 wählten die Bürger*innen der Gemeinde Oechsen im thüringischen Wartburgkreis Sina Römhild im Alter von 24 Jahren und 5 Monaten zur neuen ehrenamtlichen Bürgermeisterin. Amtsantritt ist der 1. Juli 2022.

 

Mit 84,1 Prozent der Stimmen setzte sich Sina Römhild gegen Mitbewerberin Heidrun Jacob durch. Amtsinhaber Wilfried Bleisteiner (67 Jahre) war nicht mehr zur Wiederwahl angetreten. Die parteilose Verwaltungswirtin erhielt 84,1 Prozent der abgegebenen Stimmen. Hauptberuflich arbeitet die 24-jährige im Landratsamt des Wartburgkreises. Aufgrund der rechtlichen Vorkenntnisse, die ihre Arbeit mit sich bringt, hat sie sich überhaupt erst entschieden, sich als Bürgermeisterkandidatin aufstellen zu lassen. Ihrem Alter will Römhild aber keine allzu große Rolle zuschreiben. Ihr Aufruf: "Wenn ihr euch für Kommunalpolitik interessiert und gerne etwas verändern möchtet, solltet ihr euch von Vorurteilen bezüglich des Geschlechts oder des Alters nicht abhalten lassen. Nur wenn ihr mutig seid und den Schritt in die Kommunalpolitik wagt, könnt ihr die Zukunft eurer

Gemeinde mitbestimmen."

 

Sina Römhild löst Yvonne Heine als jüngste Rathauschefin der Republik ab, die im vergangenen Oktober im Alter von 25 Jahren zur Bürgermeisterin von Riedhausen (Landkreis Ravensburg) gewählt wurde. Zuvor galten Antonia Walch, Bürgermeisterin der Gemeinde Sternenfels (Enzkreis) und Sarah Süß, Bürgermeisterin in Steinhagen (Kreis Gütersloh), beide Jahrgang 1992 als die jüngsten Bürgermeisterinnen Deutschlands. 

 

Ihrer „Nachfolgerin“ sendet Antonia Walch herzliche Glückwünsche: „Respekt! Bürgermeisterin mit 24 Jahren! Dazu möchte ich aus Baden-Württemberg ganz herzlich gratulieren. Der inoffizielle Titel der Jüngsten Bürgermeisterin geht an eine tolle, motivierte und engagierte junge Frau. Für die Ausübung unseres großartigen Amtes wünsche ich Sina viel Erfolg, Durchsetzungsvermögen, richtige Entscheidungen und eine gute Portion Gelassenheit.“

 

Auch Michael Salomo, Oberbürgermeister von Heidenheim an der Brenz und Sprecher des parteiübergreifenden Netzwerk Junge Bürgermeisterinnen - sowie selbst bei seiner ersten Wahl 2014 mit 25 jüngster Bürgermeister in Deutschland - freut sich mit Sina Römhild „Seit der Gründung des Netzwerks 2019 ist zu beobachten, dass junge Menschen immer häufiger aktiv für ihre Kommune Verantwortung übernehmen und die Zukunft gestalten wollen. Und gerade als Bürgermeisterin ist Sina Römhild so auch Vorbild über ihre eigene Kommune hinaus.“

 

Frauen sind in der Kommunalpolitik, besonders aber in Führungspositionen der Verwaltung, nach wie vor stark unterrepräsentiert. Nach einer Studie des Instituts EAF Berlin aus dem Oktober 2020 ist nicht einmal jedes zehnte Rathaus von einer Frau geleitet. Ihr Anteil liegt bei neun Prozent und stagniert damit seit Jahren auf niedrigem Niveau. Leichte Unterschiede zeigen sich hinsichtlich des Alters. Hier gilt, je jünger desto höher der Anteil von Frauen. Aber auch im Netzwerk Junge Bürgermeister*innen beträgt der Frauenanteil nur 13%.

 


Aktuelles 19.2.2022

Statement junger Bürgermeister*innen zur deutlichen Radikalisierung im Umfeld der Kritik an der Corona-Politik

 

27 junge Bürgermeister*innen verurteilen Bedrohung von Amtsträger*innen

„Seit Dezember häufen sich Vorfälle, welche nicht hinnehmbar sind.“ so die jungen Bürgermeister*innen. Exemplarisch hingewiesen wird auf die Fackel-Aufmärsche vor den privaten Wohnsitzen der sächsischen Gesundheitsministerin Petra Köpping und aktuell des jungen Amtskollegen Daniel Szarata, Oberbürgermeister von Halberstadt. Auch Morddrohungen, wie im Fall von Oberbürgermeister Christof Bolay (Ostfildern) gibt es.

Zahlreiche Kolleginnen und Kollegen berichten über Drohschreiben aus dem Umfeld des selbsternannten "Major Jansen". Der inzwischen Festgenommene hatte öffentlich Todesurteile verhängt aber auch die Adressen von über 10.000 kommunalen Amtsträgern veröffentlicht. „Insgesamt geraten die Kommunen immer stärker in den Focus.“ stellen die jungen Bürgermeister*innen fest.

Die 27 Unterzeichner*innen aus dem Netzwerk Junge Bürgermeister*innen verurteilen diese Ereignisse aufs Schärfste. Gewalt zur Durchsetzung politischer Ziele stellt grundsätzlich einen Angriff auf unsere offene Gesellschaft dar. „Gerade kommunale Amtsträger können leicht zu Zielen werden: Für die Bürgermeister*Innen ist es wichtig, vor Ort präsent zu sein und den unmittelbaren Kontakt zu ihren Mitbürgern zu pflegen. Gleichzeitig genießen sie nicht den gleichen Schutz wie staatliche Amtsträger auf Landes- oder Bundesebene.“ heißt es in der Stellungname.

Keine Privilegierung für unangemeldete Versammlungen

Kritisch betrachten werden auch die oft unter der irreführenden Bezeichnung "Spaziergänge" stattfindenden Versammlungen. „Die Inanspruchnahme des Versammlungsrechts setzt grundsätzlich eine Anmeldung voraus, damit bei Bedarf eine Abwägung mit anderen betroffenen Schutzgütern getroffen werden kann. Hierzu gehören etwa auch die Rechte Dritter, der Schutz des Gemeinwesens und seiner Funktionsträger und auch die öffentliche Gesundheit“. Kritiker der Corona-Maßnahmen werden zudem aufgefordert sich klar gegen Systemgegner zu positionieren.

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Statement junger Bürgermeister*innen zur Bedrohung von Amtsträgern - Berlin, 19. Februar 2022
Statement NJB Angriffe_Spaziergänger_Upd
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Aktuelles 20.11.2021

„Ich wünschte, es hätte damals solch einen Kreis gegeben.“

Bericht vom Netzwerkabend beim Jahrestreffen der Jungen Bürgermeister*innen

Reich mir den Ellenbogen zum Gruß: Beim Auftaktabend trifft Kennenlern- auf Wiedersehensfreude. Langjährige Politiker loben die neuen Wege der Jugend. Und Unternehmer Carsten Maschmeyer erklärt, warum er Zeit mit der Familie wichtiger findet als ein überarbeitetes Papier.

 

Vor der Tür noch einen Schnelltest machen, den Impf- oder Genesenennachweis vorzeigen, dann geht es los: Das Netzwerktreffen beginnt mit vielen strahlenden Gesichtern. Um weiß gedeckte Stehtische versammeln sich junge Menschen in Kleid, Hemd, Sakko, nicken sich zu, klopfen sich auf den Rücken, strecken die Ellenbogen hin zum Gruß. Stimmengewirr mischt sich mit Lachen, „Hallo“ und „Wie schön!“ und „Du auch hier!“ schallt es durch den Saal. „Man hört es am Geräuschpegel – die Kolleginnen und Kollegen haben den Austausch vermisst“, sagt Michael Salomo, Oberbürgermeister von Heidenheim und Sprecher des Netzwerks. Er steht auf der Bühne im Palais der Berliner Kulturbrauerei, lässt den Blick schweifen und strahlt, als er Amtsträger*innen von Bayern bis Schleswig-Holstein, vom ländlichen Sachsen-Anhalt bis Ostfriesland im Raum sichtet. „Ihr seid es, die der Politik täglich ein Gesicht verleihen“, sagt Salomo, der selbst schon mit 25 Jahren Bürgermeister war.

Schon bald wird deutlich, dass dieses Treffen zwei Schwerpunkte hat: zum einen, sich endlich leibhaftig zu sehen und nicht nur als Kachel auf dem Bildschirm, bei Kaffee, Bier oder Abendsnack ins Gespräch zu kommen, in kleiner Runde Erfahrungen auszutauschen – so offen, wie man es auf einem Podium oder mit den Kolleg*innen der Nachbargemeinden wohl nicht täte. Zum anderen, in größerer Runde Herausforderungen zu diskutieren, die das Amt mit sich bringt. Zu all dem, was Kommunen ohnehin schon leisten müssen, komme jetzt zum Beispiel noch die Digitalisierung hinzu, sagt Salomo.

 „Ohne die Kommunen ist kein Staat zu machen.“ 

„Ohne die Kommunen ist kein Staat zu machen“, sagt auch Ralph Spiegler, Präsident des Deutschen Städte- und Gemeindebundes. Bürgermeister*in zu sein, das ist für ihn „die Königsdisziplin, das schönste politische Amt, das man sich denken kann“. Schließlich sei man verantwortlich für das gesamte Leben vor Ort. Sein Wunsch für das Netzwerktreffen: „Lasst uns darüber reden, wie wir kommunalen Interessen mehr Gehör im Bund verleihen.“ Der heute 60-Jährige war selbst mit Anfang 30 schon Bürgermeister. So jung ins Amt zu kommen, das war seinerzeit noch eher selten. „Ich wünschte, es hätte damals solch einen Kreis gegeben.“

Weil das Netzwerk sich als eines versteht, das Austausch nicht an Landesgrenzen festmacht, ist zum Treffen auch eine Delegation aus einem Nachbarland eingeladen. Er stehe hier „mit einem weinenden Auge, weil es solch ein Netzwerk in Österreich nicht gibt“, sagt Magister Alfred Riedl, Präsident des Österreichischen Gemeindebundes mit Blick auf die vielen Menschen im Saal. „Die Krise zeigt, dass ohne die Gemeinden fast nichts geht, mit den Gemeinden alles.“

 

Auch wenn an diesem Abend die Vier-Augen Gespräche im Mittelpunkt stehen – zum Dinnertalk mit Matthias Beer, Bürgermeister von Markt Beratzhausen, ist ein bekannter, durchaus umstrittener Gast von außen geladen. Als Carsten Maschmeyer, Finanzunternehmer und aus der TV-Serie „Die Höhle des Löwen“ bekannt, die Bühne betritt, runzelt mancher im Saal die Stirn. Andere rücken interessiert näher. „Ich bewundere das, was Sie machen“, sagt Maschmeyer. „Ich stelle mir vor, in meinem Unternehmen gibt es eine Gruppe, die sagt bei allem, was ich mache: Das ist Mist.“ In der Politik sei so etwas Alltag. Es nötige ihm auch Respekt ab, wie viel Zeit die Bürgermeister*innen in ihr Amt stecken: „Sie ziehen von Veranstaltung zu Veranstaltung. Auch am Wochenende. Nach der Wahl ist vor der Wahl.“

Maschmeyer, der selbst in Start-ups von Tel Aviv bis San Francisco investiert, appelliert zunächst an die Bürgermeister*innen, junge Unternehmen vor Ort zu fördern. „Start-ups sind die Zukunft der Wirtschaft. Helfen Sie ihnen, Räume zu finden, sich zu vernetzen.“ Öffentliche Aufträge könnten gezielt nicht nur an Traditionsunternehmen, sondern auch an Start-ups vergeben werden. Das Wichtigste bei einem Start-up sei eine Idee, die etwas einfacher oder besser macht. Und die Persönlichkeit des Gründenden. „Das größte Stoppschild im Leben ist die Angst.“ Es brauche Menschen, die mutig sind, bei Rückschlägen nicht aufgeben. „Erfolg ist ein guter Lehrer. Misserfolg ist ein besserer.“

Maschmeyer nutzt den Anlass auch, um Einblicke in sein neues Buch „Die sechs Elemente des Erfolgs“ zu geben. Es gab Zeiten in seinem Leben, so der 62-Jährige, da habe er 18 Stunden am Tag gearbeitet. „Ich war arbeitssüchtig. Und dann wurde ich tablettensüchtig.“ Erst habe er nur Tabletten genommen, um besser schlafen zu können. Später schluckte er 50 am Tag. Nach einem qualvollen Entzug definiert er Wege zum Erfolg heute vielfältiger. „Beruflich ist weniger mehr. Es ist wichtiger, Freunde zu treffen, was mit der Familie zu machen, als noch ein Paper zu überarbeiten. Sie haben dann mehr Ideen, mehr Inspiration.“ Man solle sich gut ernähren, „und nicht nur nachts um eins die Minibar im Hotel leer essen“. Und die Potenziale der Mitarbeiter*innen nutzen.

Je persönlicher Maschmeyer wird, desto konzentrierter lauschen die Menschen im Saal. Wie man es schafft, auf sich selbst zu achten, wenn der Job einen rund um die Uhr fordert – das sind Überlegungen, in denen sich auch Bürgermeister*innen wiederfinden.  

 


Aktuelles 15.10.2021

Gebäudebestand klimaneutral gestalten 

Mitte Oktober gab es eine hochaktuelle Digitalveranstaltung unseres Partners Zukunft Gas in Kooperation mit dem Netzwerk Junge Bürgermeister*innen. Für alle die nicht live dabei sein konnten, gibt es eine Aufzeichnung der Veranstaltung als Sonderausgabe des WirKommunalen Podcast.

 

Auf dem Podium diskutierten:  Annegret-Claudine Agricola, Leiterin Public Affairs, Zukunft Gas, Axel Gedaschko, Präsident GdW Bundesverband deutscher Wohnungs- und Immobilienunternehmen e.V. und Michael Salomo, Oberbürgermeister der Stadt Heidenheim und Sprecher des Netzwerks Junge Bürgermeister*innen. Gesprächsleiter ist Peter Meyer von Zukunft Gas.

 

Die besprochene Studie "Klimaneutral Wohnen", die im Auftrag von Zukunft Gas im Frühjahr 2021 erstellt wurde, gibt es hier zum Download.

 

Download
Klimaschutz im Wärmemarkt
Wie können wir Klimaneutralität im Bereich der Wohngebäude erreichen? (Studie der nymoen | strategie­beratung, Mai 2021) Die Studie gibt Aufschluss zum Erreichen der Klimaneutralität.
studie-klimaneutral-wohnen-waermemarktst
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Broschüre zur Studie
Die studienbegleitende Broschüre "Klimaneutral Wohnen. Wie die CO2-Minderung in Wohngebäuden gelingen kann." (Zukunft Gas, Mai 2021) bündelt die wichtigsten Ergebnisse und Aussagen der Studie.
broschuere-klimaneutral-wohnen.pdf
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Aktuelles 1.10.2021

Deutschlands jüngster Bürgermeister kommt zum ersten Mal aus Niedersachsen.

Der 25-jährige Henning Evers wird Bürgermeister der Samtgemeinde Hankensbüttel

 

Bisher war der inoffizielle Titel „Deutschlands jüngster Bürgermeister“ vor allem  Amtsträgern aus Süddeutschland vorbehalten. Nun geht er nach Angaben des parteiübergreifenden Netzwerks Junge Bürgermeister*innen zum ersten Mal in den Norden der Republik. Am 12. September wählten die Bürger der Samtgemeinde Hankensbüttel im niedersächsischen Landkreis Gifhorn Henning Evers im Alter von 25 Jahren und 2 Monaten zum neuen Samtgemeindebürgermeister. „Ich freue mich, nach einem echten Wahl-Krimi mein Amt im November antreten zu können“, so Evers, der die Wahl mit  40 Stimmen Vorsprung gegen seinen Mitbewerber gewann.

 

Glückwünsche aus ganz Deutschland

Der Sprecher des Netzwerks Junge Bürgermeister*innen, Michael Salomo, Oberbürgermeister von Heidenheim an der Brenz, freut sich mit Evers: „2014 startete ich selbst als Deutschlands jüngster Bürgermeister und schon damals war es mir ein Anliegen, eine überparteiliche Institution junger Kolleginnen und Kollegen zum Ideenaustausch zu etablieren. Seit der Gründung des Netzwerks 2019 ist zu beobachten, dass immer häufiger junge Menschen aktiv für ihre Kommune Verantwortung übernehmen und die Zukunft gestalten wollen. Mit Henning Evers findet das eine gute Fortsetzung.“

Auch der amtierende jüngste Bürgermeister Deutschlands, Christian Keck, 1. Bürgermeister der Gemeinde Rohrbach an der Ilm, sendet Glückwünsche: „Gratulation aus Oberbayern zu deinem Wahlerfolg! Gerne gebe ich den inoffiziellen Titel des jüngsten hauptamtlichen Bürgermeisters nach Niedersachsen weiter und wünsche dir für das erste Amtsjahr viel Energie, Gelassenheit und richtige Entscheidungen.“ Und Alexander Handschuh, Sprecher des Deutschen Städte- und Gemeindebundes (DStGB), betont in seinem Glückwunsch an Evers: „Es ist wichtig, dass junge Menschen in der Kommunalpolitik an allen Stellen repräsentiert sind. Junge Bürgermeister sind Vorbilder auch über ihre eigene Kommune hinaus und zeigen, dass sich kommunales Engagement lohnt.“

 

Henning Evers, geboren am 30. Juni 1996 in Gifhorn, wuchs in der Samtgemeinde Hankensbüttel auf. Nach dem Abitur 2014 absolvierte er ein Studium an der Europa-Universität Flensburg. In Flensburg war der Sozialdemokrat bis vor Kurzem auch gut anderthalb Jahre Mitglied des Stadtrates.

 

Selbstironische Kampagne: „Henning kann‘s nicht …”

Sein Alter machte Evers im Wahlkampf bewusst zum Thema: „Natürlich gab es auch bei mir im Vorfeld der Wahl Vorbehalte bezüglich meines Alters. Obwohl mich das manchmal etwas ärgert, kann ich diese Vorbehalte auch teilweise verstehen.“ Er hat sich darum entschieden, sein junges Alter und die damit verbundene Kritik gezielt und selbstironisch mit Plakaten, Zeitungsanzeigen und einer Großflächentafel aufzugreifen. „Die Reaktionen waren großartig“, ist sein positives Fazit.

 

Für sein Amt hat sich Henning Evers einiges vorgenommen: „Als Teil der jungen Generation bin ich angetreten, um unsere ländlich geprägte Umgebung fit für die Zukunft zu machen. Gerade aufgrund meines jungen Alters bringe ich neue Ideen, Perspektiven, Tatendrang und Leidenschaft mit ins Amt.“

Mit dieser Einstellung passt der 25-Jährige auch hervorragend ins Netzwerk Junge Bürger-meister*innen. Direkt nach seiner Wahl hat er sich zum Jahrestreffen des Netzwerks am 18. und 19. November in Berlin zum Austausch mit vielen jungen Amtskolleginnen und -kollegen angemeldet. 


Aktuelles 3.2.2021

Unsere Hall of Fame!

 

Jüngster Bürgermeister Deutschlands ist - Stand Februar 2021 - Kristan von Waldenfels, 20 Jahre, ehrenamtlicher erster Bürgermeister in Lichtenberg im Landkreis Hof. Johannes Böse auf Platz 2, Bürgermeister von Landensberg (LK Günzburg), ist mit Jahrgang 1996 schon vier Jahre älter. Gefolgt von den beiden jüngsten hauptamtlichen Bürgermeistern Deutschlands Christian Keck, erster Bürgermeister in Rohrbach (Landkreis Pfaffenhofen) und Thomas Reicherzer in Wittislingen (Landkreis Dillingen), beide Jahrgang 1995.

 

Die jüngsten Bürgermeisterinnen Deutschlands sind Antonia Walch, Bürgermeisterin der Gemeinde Sternenfels (Enzkreis) und Sarah Süß, Bürgermeisterin in Steinhagen (Kreis Gütersloh), beide Jahrgang 1992.

 

Seit 15.1.21 in Göppingen im Amt ist der jüngste Oberbürgermeister Deutschlands. Alexander Maier ist Jahrgang 1991. Er hat Peter Reiß (*1990) abgelöst, der im März 2020 zum Oberbürgermeister der Stadt Schwabach gewählt wurde. Dritter im Bunde und zugleich jüngster Oberbürgermeister einer Großstadt ist Felix Heinrichs (*1989), seit 1.11.20 Oberbürgermeister von Mönchengladbach. Bei den Oberbürgermeisterinnen gibt es gleich vier junge Frauen mit Jahrgang 1983 an der Spitze. Stefanie Seiler aus Speyer, Romina Barth in Torgau, Claudia Alfons in Lindau und Katrin Albsteiger aus Neu Ulm.

 

Der jüngste Landrat Deutschlands amtiert im Landkreis Nordfriesland. Der 33 jährige Florian Lorenzen wurde im Mai 2019 durch den Kreistag ins Amt gewählt. Zweiter und jüngster direkt gewählter Landrat ist Markus Ramers (Jahrgang 1986) im Landkreis Euskirchen, vor Onno Eckert (*1985) im Landkreis Gotha. Leider erübrigt sich hier der Blick auf die jüngste Landrätin, da es keine Landrätin gibt, die bei ihrer Wahl jünger als 40 Jahre alt war.


Aktuelles 7.12.2020

Auf! Bürgermeister! Auf! Bürgermeister! Auf! Auf! Bürgermeister! Steh auf!

 

Ein Offener Brief zum Bürgermeister-Song an POL1Z1STENS0HN, Jan Böhmermann
von sechzehn jungen Bürgermeister*innen

 

Lieber Jan Böhmermann,

 

ein Lied über Bürgermeister und dann auch noch von Jan Böhmermann. Großartig. Endlich wird unsere Arbeit einmal richtig gewürdigt. Damit sollten auch alle Nachwuchssorgen der Kommunalpolitik passé sein. Zugegeben, wir waren dann doch etwas enttäuscht, dass wir zwar angesprochen, aber offenbar gar nicht gemeint waren. Zur Legislative gehören wir nun wirklich nicht. Warum heißt der Song „Bürgermeister“ und nicht „Volksvertreter“?

 

Wir beziehen den Clip allerdings auch auf uns, vor allem werden viele Hörer*innen des Liedes die Aussagen auf unser Amt beziehen. Wir brauchen eine jüngere und diversere (Kommunal)Politik. Und: Wenn Euch was nicht passt, entmachtet den alten "korrupten" Bürgermeister, werdet selbst Bürgermeister*in.

 

Zwei Punkte möchten wir als Netzwerk Junge Bürgermeister*innen dazu anmerken.

 

In Deutschland gibt es über 500 Bürgermeisterinnen und Bürgermeister, die bei Ihrer letzten Wahl unter 40 Jahre alt waren. Und wir werden immer mehr. Viele Erfolge junger Kandidat*innen bei den Direktwahlen in diesem Jahr zeigen das. Und auch wenn es bei der Oberbürgermeisterwahl in Stuttgart, die Du besonders aufmerksam verfolgt hast, nicht geklappt hat, konnten sich auch in etlichen Großstädten junge Kandidat*innen durchsetzen. Wir sind das, was Du einforderst. In den Rathäusern sind die Jungen längst Realität! 

 

Unser zweiter Punkt betrifft den korrupten, alten, weißen Mann im Clip. Ja, das ist satirisch überzeichnet, aber es führt eine lange Reihe fort, wie Bürgermeister*innen gesehen werden. Schon in Kinderbüchern sind Bürgermeister (Bürgermeisterinnen gibt es hier eigentlich gar nicht) zumeist unsympathische und eitle Egomanen, die mehr auf ihren eigenen Vorteil bedacht sind als für den ihres Ortes. Bestenfalls lassen sie sich von halbseidenen Bauunternehmern oder Investoren vor den Karren spannen. Ob bei paw patrol, Benjamin Blümchen oder Liliane Susewind, die Typen ähneln sich. Das setzt sich fort in Romanen, Fernsehserien, Filmen und nun auch in Deinem Video. Und unter diesem Framing leiden auch wir „neuen“ Bürgermeister*innen.

 

Dass die Politik der kommunalen Ebene dennoch im Vergleich zu der in Bund und Land die höchste Wertschätzung und Glaubwürdigkeit erfährt, kann somit eigentlich nur an den tatsächlich handelnden Personen liegen.

 


Das Ergebnis dieser vielschichtigen negativen Vorurteile bekommen wir alle zu spüren. Von
zunehmenden Beleidigungen und Bedrohungen (nicht nur) im Internet bis zum zerkratzten
Auto. Denn ob es wirklich die Bürgermeister*Innen – egal welchen Alters – sind, die „schach mit baseballschläger!“ spielen, da sind wir nicht so sicher. Sicher sind wir aber, dass dieses schräge Bild unseres Amtes unserem gemeinsamen Ziel abträglich ist, mehr junge Menschen zu gewinnen, die sich in und für ihre Kommune engagieren - um neue Ideen einzubringen und auch um überkommene Strukturen zu überwinden.

 

Gerne würden wir uns dazu mit Dir austauschen, um über ein realistisches Bild unseres Berufes zu sprechen. Denn, da sind wir überzeugt, das wäre die beste Werbung für das Amt der Bürgermeisterin und des Bürgermeisters.

 

   "Steh auf, Böhmermeister, steh auf, sieh es dir an! Steh auf, Böhmermeister, sieh hin, wir sind längst dran!" 

 

Wir würden uns freuen, wenn wir Dein Interesse an einem Erfahrungsaustausch wecken konnten und sind gespannt auf Deine Rückmeldung.

 

Herzliche Grüße

 

Martin Assmuth, Leopold Bach, Romina Barth, Marco Beckendorf, Matthias Beer, Wolfram Bernhardt, Tobias Borstel, Dominik Brasch, Marco Diethelm, Daniel Herz, Florian Marré, Martin Pichler, Annika Popp, Michael Salomo, Julia Samtleben, Marc Trampe

 

P.S.: Am 10. Dezember 2020 haben wir eine online-Konferenz des Netzwerks bei der rund 40 Bürgermeister*innen angemeldet sind. Im Anschluss an die Veranstaltung könnten wir anbieten, ab 13:00 Uhr die Zoom-Konferenz für einen ersten gemeinsamen Austausch mit Dir zu verlängern.

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Offener Brief an Jan Böhmermann
Brief Böhmermann_NJB16.pdf
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Aktuelles 1.11.2020

Junge Bürgermeister*innen in NRW erfolgreich. Alle amtierenden jungen Bürgermeister*innen gewinnen Ihre Direktwahl - viele junge Kandidat*innen kommen neu ins Amt.

 

Das beste Ergebnis erzielte Martin Mertens in Rommerskirchen mit 88,6%. Über 70% der Stimmen erzielten bei ihrer Wiederwahl Christian Pospischil aus Attendorn, Tobias Stockhoff aus Dorsten, Sascha Solbach in Bedburg, Christina Rählmann in Mettingen und Henning Gronau aus Erndtebrück. Sehr gute Ergebnisse konnten auch Eric Lierenfeld mit 63% in Dormagen, Daniel Zimmermann mit 68% in Monheim und Michael Meyer-Hermann aus Versmold (65%) erreichen. Wiedergewählt im ersten Wahlgang sind auch Nicole Sander in Neukirchen-Seelscheid und Andreas Müller als Landrat im Landkreis Siegen-Wittgenstein.

 

Im ersten Wahlgang neu gewählte junge Bürgermeister*innen sind u.a. Benjamin Fadavian in Herzogenrath und Katrin Reuscher in Sendenhorst. Der parteilose Michael Gerdhenrich hat in Beckum 50,7 Prozent der Stimmen geholt. Auch in Wilnsdorf gab es ein Kopf-an-Kopf-Rennen das am Ende der 36-Jährige Hannes Gieseler für sich gewinnen konnte. Mit 52,6 Prozent wird er neuer Bürgermeister.

 

Bei den Stichwahlen, setzten sich die Erfolge der Jungen fort.

 

Neuer Oberbürgermeister von Mönchengladbach wird der 31 Jährige Felix Heinrichs. Der Sozialdemokrat gewinnt die Stichwahl mit 74% der Stimmen. Der parteilose Peter Horstmann, (*1985) gewinnt in Warendorf mit über 76% die Stichwahl deutlich gegen Amtsinhaber Axel Linke (CDU/FDP). Neuer Bürgermeister von Werther wird der ehemalige Landesvorsitzende der Jusos NRW, Veit Lemmen (*1984). Auch Marco Diethelm (*1987), schon seit Anfang an beim Netzwerk Junge Bürgermeister*innen dabei, gewinnt seine Stichwahl. Mit 50,7 % bleibt er Bürgermeister in Herzebrock-Clarholz.

 

Die Christdemokratin Carolin Weitzel (*1980) wird neue Bürgermeisterin in Erftstadt. Sie erzielte 52,6% der Stimmen. Der Sieger der Bürgermeister-Stichwahl in Hennef heißt Mario Dahm. Er wird mit 31 Jahren der jüngste Bürgermeister im Rhein-Sieg Kreis. 

 

Marcel Mittelbach (30) wird neuer Bürgermeister von Waltrop. Der SPD-Politiker löst mit  63,96 Prozent die amtierende Bürgermeisterin Nicole Moenikes ab. Markus Ramers wird neuer Landrat für den Kreis Euskirchen. In der Stichwahl setzte sich der 35 Jährige mit 60,4 Prozent durch. In der Stadt Euskirchen setzte sich der parteilose Sacha Reichelt (*1980) in der Bürgermeisterstichwahl mit 59,2 Prozent der Stimmen überraschend deutlich durch. Jüngste im Bunde ist Sarah Süß (28 Jahre) die mit 61,4% die Stichwahl in Steinhagen gewonnen hat.

 

 

Herzlichen Glückwunsch an alle wieder- und neugewählten Kolleginnen und Kollegen. 


Aktuelles 2.5.2020

Über 500!

 

Mitte/Ende März fanden die Kommunalwahlen in Bayern statt. Bei über 2000 Kommunen war es leider etwas schwierig, den Überblick zu behalten, ob und wo einE JungeR Kolleg*in sich bei der Direktwahl erfolgreich durchgesetzt hatte. Um so größer die Freude, als vor wenigen Tagen die neue Bürgermeisterliste des Bayerischen Landesamtes für Statistik veröffentlicht wurde. 

 

178 der 1.259 hauptamtlichen (Ober-)Bürgermeister*innen in Bayern sind Jahrgang 1980 oder jünger.

 

Das sind über 14% aller Rathauschefs im Freistaat, bedeutend mehr als vor der Wahl. Dazu kommen noch 81 ehrenamtliche erste Bürgermeister*innen. Ein beeindruckender Wert. Herzlichen Glückwunsch an alle neu- oder wiedergewählten Kolleginnen und Kollegen.


Somit umfasst unsere Liste der Jungen Bürgermeister*innen bundesweit nun über 500 Namen!