"Charly“ am Telefon –
eine KI-Assistenz, entwickelt für Kommunen, mit Kommunen
Wie Kommunen und das Berliner Unternehmen „Zaitgeist“ gemeinsam den Bürgerservice neu denken
Künstliche Intelligenz (KI) ist in aller Munde – doch viele Rathäuser stehen noch vor der Frage: Welche Anwendung passt wirklich zu den Bedürfnissen meiner Kommune? Zwischen Datenschutz, Akzeptanz und Mehrwert für Bürger*innen ist der Schritt in die digitale Zukunft kein Selbstläufer. Dass es aber gelingen kann, zeigt ein Beispiel aus dem Netzwerk Junge Bürgermeister*innen: Gemeinsam mit dem Berliner Unternehmen Zaitgeist haben mehrere Kommunen den KI-Telefonassistenten „Charly“ entwickelt – einen digitalen Kollegen, der verblüffend menschlich wirkt und bis zu 80% aller Routinefragen übernehmen kann. Er entlastet Mitarbeitende und unterstützt Bürger*innen rund um die Uhr in über 30 Sprachen.
Vom Stammtisch zur Entwicklungspartnerin
Den Anstoß gab ein digitaler Stammtisch des Netzwerks Junge Bürgermeister*innen. Dort stellten die zwei Gründer von Zaitgeist – Niklas Sievers und Dr. Son Pham – ihre Idee vor: eine sichere und kommunal angepasste KI, die am Telefon Fragen beantwortet, die in den Verwaltungen täglich dutzendfach gestellt werden. Die Resonanz war sofort groß.
„Schon beim ersten Austausch überzeugte das Unternehmen so sehr, dass sich spontan mehrere Bürgermeister*innen als Entwicklungspartner*innen fanden“, berichtet Henning Witzel, Geschäftsführer des Netzwerks Junge Bürgermeister*innen. Bereits nach wenigen Wochen konnten die ersten Kommunen den für sie spezifisch angepassten Charly live schalten – und viele Anfragen weiterer Kommunen folgten. Für Witzel ist das Projekt ein Paradebeispiel gelungener Innovationskultur: „Mit Charly zeigt Zaitgeist, wie KI den kommunalen Alltag spürbar erleichtern kann – und wir als Netzwerk Junge Bürgermeister*innen sind mittendrin! So wird moderner Bürgerservice greifbar – gemeinsam, praxisnah und innovativ.“
KI trifft kommunale Realität
In Stockelsdorf (Schleswig-Holstein) ist Charly seit Ende September offiziell im Einsatz. Die lebensechte Gesprächsführung mit Charly traf schnell auf breite Begeisterung. Charly übernimmt hier Anrufe während und außerhalb der Öffnungszeiten, beantwortet Routinefragen zu Themen wie Ausweis, Anmeldung oder Führungszeugnis. Auf Wunsch leitet Charly komplexere Anliegen an die zuständigen Mitarbeitenden weiter oder schickt ihnen eine E-Mail mit einer Rückrufbitte. Wer prinzipiell lieber mit einem Menschen spricht, kann auch direkt „Telefonzentrale“ sagen und wird verbunden. „Charly bringt schon heute einen wahnsinnigen Mehrwert“ bestätigte Philipp Götting, Stabstelle für Digitalisierung in Stockelsdorf.
Gemeinsam lernen – gemeinsam verbessern
Mehrere engagierte Kommunen begleiten Charlys Entwicklung aktiv und gestalten die Einführung als gemeinsames Lernprojekt. So wurde Charly in der Verbandsgemeinde Diez (Rheinland-Pfalz) im Rahmen einer offenen Testphase einen Monat lang von Bürger*innen ausprobiert und bewertet. Eine besonders schöne Überraschung: Kein einziges negatives Feedback wurde von den Bürger*innen eingereicht, wie die Projektkoordination der VG Diez, Heike Klein und Oliver Schäffer, berichtet.
Auch in Herzebrock-Clarholz (Nordrhein- Westfalen) und in Petersberg bei Fulda startet Charly zeitnah seinen ersten Tag am Telefon. Gemeinsam tragen diese Kommunen dazu bei, Charly kontinuierlich zu verbessern und die Anwendung in der Praxis weiterzuentwickeln.
Datenschutz, Zuverlässigkeit und Akzeptanz
Gerade bei KI-Assistenten sind Zuverlässigkeit und Datenschutz entscheidend. „Vom ersten Tag an waren die Datenschutzbeauftragten Teil von Charlys Entwicklung“, betont Zaitgeist-Co-Gründer Niklas Sievers. „Wir wollten jeden Aspekt von Beginn an gemeinsam mit unseren Partnerinnen und Partnern gestalten – dabei war der Datenschutz ein zentrales Thema.“
Damit Charly verlässlich die richtigen Informationen liefert, setzt Zaitgeist auf ein mehrstufiges Verfahren aus Onboarding, Training und laufenden Zufriedenheitsanalysen. Die Wissensdatenbank entsteht in enger Zusammenarbeit von Technologie und Fachexpertise – mit minimalem Aufwand für die Kommunen und ohne dass personenbezogene Daten preisgegeben werden.
Fazit: Ein Modell für die Zukunft der kommunalen Digitalisierung
Was das Projekt besonders macht: Es ist nicht „von oben“ eingeführt, sondern aus der kommunalen Praxis heraus entstanden. Die Kommunen gestalten die KI aktiv mit, passen sie an ihre Bedürfnisse an und teilen ihre Erfahrungen. So entsteht kollektives Lernen – quer durch Verwaltungsgrößen, Regionen und Strukturen.
Henning Witzel zieht eine erste Zwischenbilanz: „Die enge Zusammenarbeit mit den Gründer*innen von Zaitgeist war durchweg positiv und zeigt: Innovation funktioniert am besten, wenn sie aus den Bedürfnissen der Kommunen gedacht und gemeinsam mit den Kommunen entwickelt wird.“
Richtig eingesetzt, kann KI die kommunale Arbeit spürbar erleichtern, Mitarbeitende entlasten und Bürger*innen einen besseren Service bieten. Charly steht stellvertretend für eine neue Generation kommunaler Innovation: partnerschaftlich, bürgernah und zuverlässig.
---------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------
Das Berliner Unternehmen „Zaitgeist“
Die Zaitgeist Innovation Group GmbH wurde von Niklas Sievers und Dr. Son Pham gegründet. Das Unternehmen entwickelt KI-Assistenten im Schulterschluss mit Kommunen, die speziell für die Anforderungen der Kommunalverwaltung geeignet sind. Mit ihrem bekanntesten KI-Assistenten, „Charly“, hat Zaitgeist den ersten KI-Telefonassistenten speziell für die Kommunalverwaltung geschaffen. Das Unternehmen arbeitet eng mit mehreren Kommunen aus dem Netzwerk Junge Bürgermeister*innen zusammen.
Kontakt: [email protected]
Netzwerk Junge Bürgermeister*innen der Bundesrepublik Deutschland e.V.
Besuchsadresse:
Neue Promenade 6, 10178 Berlin
Mail: [email protected]
Das Netzwerk junge Bürgermeister*innen e.V. wird gefördert von der Stiftung Mercator.
